Es ist kurz vor 19 Uhr. Die ersten Jugendlichen warten bereits ungeduldig vor der Türe der Turnhalle Sägegasse in Burgdorf auf Einlass. Denn heute Abend ist Disco angesagt. Es darf bis 23 Uhr abgetanzt werden. Dann ist es so weit: Zwei Mädchen in schwarzen T-Shirts positionieren sich an der Kasse. Geschickt binden sie den Jugendlichen dann orangefarbige Bänder ums Handgelenk. Die- se gelten als Eintrittskarte. Die beiden Mädchen besuchten in ihren Sommerferien den Kurs «Disco selbst gemacht». Gemeinsam mit zehn anderen Jungen und Mädchen lernten sie in einem zweitägigen Kurs, wie man einen richtigen Discoabend veranstaltet. Auch Fabian Hirschi aus Wynigen hats gelernt. Er ist zusammen mit anderen für das Licht und die Technik zuständig. Ausserdem legt er während des Abends Platten auf. «Ich liebe Musik», begründet der 14-Jährige seine Teilnahme am Ferienpasskurs. DJ Tomcat gibt Tipps
In die Geheimnisse des Plattenauflegens wurden die Teilnehmer von DJ Tomcat aus Burgdorf eingeweiht. Er gibt auch während des Abends noch Tipps. Ebenfalls anwesend ist eine Mitarbeiterin des Blauen Kreuzes. Sie lehrte die Kursteilnehmer, wie Drinks mit klingenden Namen wie Sugar Baby - aber ohne Alkohol - gemixt werden. Die Initialzündung für die erste Ferienpass-Disco kam von Andrea Staub, Jugendbeauftragte der Stadt Burgdorf, und Christa Wernli. Sie arbeitet im Büro für offene Jugendarbeiten der Evangelisch-reformierten Kirche. Andrea Staub lobt den Einsatz der Jugendlichen. «Die Mädchen und Jungen haben mit grossem Engagement und mit viel Enthusiasmus diesen Kurs besucht.» Eigentlich wollten die Verantwortlichen zuerst einen Kurs durchführen, der ausschliesslich das Handwerk des DJs unter die Lupe nimmt. Dieser fiel aber ins Wasser. Daraus entstand dann die Idee, gerade einen Discokurs zu organisieren. Jetzt kommt Leben in die Turnhalle: Nach Polo Hofer folgt Hip-Hop, und die Jugendlichen wagen sich auf die Tanzfläche. Unter ihnen ist auch Dominique Marti aus Burgdorf. Die 13-Jährige ist mit ihren Kolleginnen da. «Mir gefällt die Stimmung», sagt sie. Auch Paulo Santos (13) gefällts, bloss: «Es hat zu wenig Mädchen hier.»
Jacqueline Graber
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