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Trinkspiel: Vier Teenager bewusstlos im Spital - 30.07.2009
Für vier Jugendliche endete eine Privatparty in Düdingen am Dienstag in der Notaufnahme: Sie hatten sich bei einem Trinkspiel ins Koma gesoffen.

Der 17-jährige D.P.* hatte sturmfrei und spontan eine Party mit Trinkspiel organisiert: Fünf Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren sas­sen um den Esstisch, sechs weitere schauten zu. Wer die tiefste Jasskarte zog, musste ein Schnapsglas austrinken. Zur Auswahl standen mehrere Flaschen Wein und Spirituosen, darunter ein hochprozentiger ausländischer Cognac aus Vaters Bar. «An viel mehr kann ich mich gar nicht erinnern», sagt D.P.

Fakt ist: Die von den Freunden alarmierte Ambulanz fand in der Wohnung um 1.30 Uhr vier bewusst­lose Teenager vor. D.P. selbst landete mit einer Kollegin in der Notaufnahme Tafers – er hatte 1,7 Promille Alkohol im Blut. Das zweite Mädchen und ein weiterer Junge mussten nach Freiburg gebracht werden.

Der Oberamtmann des Sensebezirks, Nicolas Bürgisser, ist schockiert: «Ich ­habe Strafbefehl gegen ­unbekannt erlassen.» Das Delikt: Verkauf oder Abgabe von Spirituosen an Minderjährige. «Dass sich gleich vier Teenager bewusstlos trinken, ist bei uns eine neue Dimension.»

Alle vier Jugendlichen konnten am nächsten Morgen wieder nach Hause. «Ich bereue, dass es so weit gekommen ist», so D.P. Zu schaffen macht ihm auch, dass er womöglich die Rettungseinsätze mitfinanzieren muss.

*Name der Redaktion bekannt

( sah/svg/20 Minuten)

Beliebte, aber gefährliche Trinkspiele
Trinkspiele erfreuen sich bei Jugendlichen grosser Beliebtheit – besonders auf Privatpartys. Favoriten der Jugendlichen sind dabei Würfel- und Kartenspiele (wie im Fall von Düdingen). Den zum Teil haarsträubenden Besäufnis-Wettkämpfen ist eines gemeinsam: Die Regeln sind so einfach, dass sie auch noch bei vollkommener Trunkenheit zu verstehen sind. Die Gefährlichkeit von Trinkspielen sollte nicht unterschätzt werden: «Da in kurzer Zeit sehr viel getrunken wird, kann der Alkoholkonsum kaum mehr kontrolliert werden», warnt Ruedi Löffel vom Blauen Kreuz. Die Folgen: Bewusstlosigkeit, Lähmungserscheinungen oder gar der Tod. Doch auch wenn es nicht so weit kommt, hinterlässt der Exzess Spuren: «Jeder Vollsuff schadet dem Gehirn unwiderruflich», mahnt Löffel.
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